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Sonntag, 27. April 2025

In der Westlausitz


Reisen ist tödlich für Bigotterie, Vorurteile und Engstirnigkeit.
Mark Twain


Morgens liegt der Hutberg einsam und verlassen in der zögernden Morgensonne. Ausgeschlafen, gut gefrühstückt, die frischen Vorräte von gestern aufgegessen, mache ich mich mit leichterem Gepäck wieder auf den Weg. Die Nacht hat das bunte Treiben der Ausflügler ausgelöscht. Die Verkaufsbuden, an denen gestern Gedränge herrschte, zeigen mir ihre leeren Fassaden und sind verschlossen. Das Amphitheater der vielen Bänke und Tische gähnt verlassen zu mir herauf. Im Schatten des Turms liegt morgendlicher Dunst über dem Berg, den die schüchterne Sonne noch nicht aufgelöst hat. Die friedliche Stille des Ortes breitet sich als ruhig verströmende Welle in mir aus. Ohne den Morgengesang der Vögel und das Rauschen der leichten Brise in den Baumwipfeln wäre sie absolut. Technische Geräusche und die Unruhe versammelter Menschen fehlen. Doch in der Natur ist es nie ganz still. Ich bleibe noch einen Augenblick und lausche den Naturgeräuschen, die eine eigene Art der Stille sind. Mein Lohn für die gestrige Mühe, am Ende des Tages, müde und lustlos, die steile Hutbergstraße hinaufgestiegen zu sein.